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15. Tag | Mit dem Linienbus an der Südküste bis Höfn

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Da half auch der Kaffee in der Riesentankstelle nicht, wo sich unglaublich viele in die kuriosesten Regenschutzkleidung eingehüllte Gestalten nach und nach einfanden, jedenfalls tobte hier das Leben. Ich war froh, bald endlich wieder im Bus zu sitzen, wo alles wieder trocknen konnte. Die anderen Fahrgäste, wohl z.T. „Ringtouristen“ bzw. allein reisende Frauen darunter, wie ich es vielleicht auch gewesen wäre...sind keiner besonderen Kommentare wert.Neutral. Niemand fiel posi- oder negativ auf.







Die Landschaft auch nicht – undenkbar bei dem heftigen Regen die ganze Zeit. Zwischenstopps beim Skaftafell Nationalpark und beim Eisbergsee des riesigen Vatnajökull-Gletschers (Jökullsarlón). Die blau schimmernden Eisberge sind wunderschön. Eine besondere Stimmung kann sich aber bei 15 min. Zeitbegrenzung und Unmengen von Autos und regenvermummten Gestalten davor nicht entfalten!

Irgendwann später hält der Bus dann in Höfn – was für heute = Endstation bedeutet. Hier ist zunächst mal nur ein Campingplatz – sonst gar nichts. Immerhin kann man sich in dessen Rezeption vor dem Regen und Wind flüchten. Einige Zeit stehe ich ziemlich verdaddert herum – bis sich mir das Gefühl aufdrängt, gar keine andere Wahl zu haben, als hier jetzt einen Zeltplatz für die Nacht klarzumachen. Erfreulicherweise kann ich gleich noch eine Packung vernünftiger Heringe dazukaufen. Gut sortiert, diese Leute. Dafür kostet alles mögliche extra Geld – z.B. Duschen! Da stinke ich doch lieber noch ein bisschen weiter. Bald steht das Zelt professionell wie nie zuvor, dank Aufrüstung des Zubehörs. Simon sagt, das Zelt sehe „paranoid“ aus. Kein Wunder nach der letzten Nacht! Das arme Gestänge ist stark gekrümmt seither, was dem Zelt gleich eine neue Form gibt. Nach dem Aufbau folgt erstmal Shopping im Supermarkt des Kaffs. Essen ist bei solchem Scheißwetter das einzige Vergnügen. Mit vollen Tüten geht es zum Zelt zurück. Dort beginnt meine Sucht nach Bingó-Lakkrískúlur. Wie ich an Nachschub gelangen soll, daran mag ich noch gar nicht denken...Bingó? Ingo! Ansonsten gibt es angereicherte Reste von Spaghetti mit Tomatensauce. Bisschen Tagebuch schreibe ich noch, Simon schreibt auch – Postkarten, glaube ich. Sonst gibt es von diesem Tag nicht viel zu berichten. Ach – das Zelt steht wie ne 1 und sieht aus wie sonst keins. >>>>